Bei der herkömmlichen Trauer fühlen wir eine Art Verletztheit, die aber nicht von eigenverantwortlichem Handeln herrührt, was bei der Reue und dem Bereuen anders ist. Hier fühlen wir uns fast schon schuldig, zumindest aber verantwortlich für das, was war.
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Bereuen und sich selbst verurteilen – so gelingt es dir, Frieden zu finden

Hallo lieber Leser,

Jeder von uns macht Fehler und trifft Entscheidungen, die wir im Nachhinein bereuen. Es ist also vorrangig wichtig zu verstehen, dass Reue ein natürlicher Teil des menschlichen Lebens ist.

Wenn wir etwas zutiefst bereuen, trauern wir einem Tun/einer Situation in der Vergangenheit nach, die wir in unsere Verantwortung genommen haben. Wir können unser Tun/die Situation nicht im Geiste freigeben, weil wir nicht glauben, dass wir nach unserem besten Wissen und Gewissen gehandelt haben.

Bei der herkömmlichen Trauer fühlen wir eine Art Verletztheit, die aber nicht von eigenverantwortlichem Handeln herrührt, was bei der Reue und dem Bereuen anders ist. Hier fühlen wir uns fast schon schuldig, zumindest aber verantwortlich für das, was war.

Reue – oder das Bereuen einer Tat oder einem Nichthandeln ist ein großes Indiz für folgendes:

  • Du hast mit dem Ereignis keinen Frieden gefunden
  • Du verstehst dein eigenes Handeln nicht oder nur teilweise und bist nicht ehrlich mit dir selbst
  • Du hast deine Beweggründe noch nicht tiefgreifend durchleuchtet
  • Möglicherweise siehst du das Geschehene nicht mit genügend Abstand
  • Möglicherweise gab es nur Lose-Lose Optionen und du hattest keine andere Wahl
  • Ein Teil von dir leidet unter der Entscheidung eines anderen Teils von dir
  • Spirituell gesehen kann es auch sein, dass du eine Schlüsselrolle zum Wachstum für dich und alle Beteiligten geschaffen hast
  • Du hast die wichtigsten Lehren über dich noch nicht aus dem Bereuten gezogen

Fakt ist, das Bereute kann nicht wieder wett gemacht werden, aber man kann ganz klar die Reue durch Selbstliebe, Akzeptanz und einer aufrichtigen Analyse der eigenen Beweggründe auflösen. Doch zunächst die Frage:

Wieso fühlt sich Reue eigentlich so schlimm an?

Das Bereuen einer nicht mehr zu ändernden Situation / Handlung katapultiert und direkt in folgende Gefühle:

  • Schuld
  • Angst vor Konsequenzen, die man nicht ausbaden will
  • Machtlosigkeit, das Geschehene rückgängig zu machen

Schuld und Machtlosigkeit sind energetisch gesehen die niedersten Gefühlszustände, in die der Mensch rutschen kann. Und wenn dann noch Angst vor Konsequenzen dazu kommt, die man nicht tragen will oder denen man sich nicht stellen will, weil man das Bereute nicht mit sich im Reinen getan hat, dann ist das ein spitzen Rezept zum Verzweifeln.

Es gibt aber logische, leicht umzusetzende Ansätze, um mit dem Bereuten – und vor allem mit allen Teilen von dir selbst – wieder in´s Reine zu kommen.

Natürlich kann es sein, dass ein Teil von dir aus völlig selbstliebenden, friedlichen Gründen dein Tun in der Vergangenheit bereut und betrauert, oder aber ein Teil von dir wollte das Bereute nicht, um einen Selbstschutz vor einer Konsequenz zu wahren, die du nun ausbaden musst.

Kann ich es sicher wissen, dass ich „falsch“ gehandelt habe? Selbstreflexion hilft!

Das schwierigste an der Selbst-Reflexion ist das eigene Ego, das sich ungern eingestehen will, wenn es nicht „Recht hat“. Dennoch weiß dein Ego – also Teile deiner irdischen Persönlichkeit oft nicht, welche Lehren oder Einsichten oder Sprungbretter zur Selbsterkenntnis und zum Wachstum du aus einer höheren, seelischen Sicht genau benötigst. Das gleiche gilt für Beteiligte, die bei der bereuten Situation inbegriffen sind.


Um deine Reue durch Reflexion zu minimieren oder gar ganz aufzulösen, musst du gewillt sein, total ehrlich zu dir selbst zu sein. – Sieh, wofür du dich „verurteilst

Als Beispiel: Du hast deinen Partner / deine Partnerin betrogen und bereust diesen Vorfall „zutiefst“. Jemand hat dich auch noch bei diesem Seitensprung erwischt, somit musst du nun die Konsequenz tragen, deinem Freund*in deine Untreue beichten und damit rechnen, dass die Beziehung zerbricht.
Allein dieser Umstand ist herzzerbrechend. Dennoch hast du nun die Chance, dich selbst zu durchleuchten und zu hinterfragen, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass du dich zu jemand anderem hingezogen fühltest.

  • Bist du wirklich so komplett und ausnahmslos in deiner Beziehung?
  • Gibt es etwas, das dir total fehlt, du aber dir nicht eingestehst?
  • Hast du Angst davor, deine wahren Wünsche und Sehnsüchte zu kommunizieren?
  • Fühlst du dich bei deinem Partner nicht mehr wertgeschätzt?
  • Will wirklich jeder Teil von dir gebunden sein, oder willst du insgeheim manchmal das Leben „genießen“…
  • wenn nein, wieso verurteile ich mich dafür? Was ist so schlimm daran?

Die Liste möglicher Ursachen ist super lang, doch wenn du nicht vorhast, deine „Fehler“, die du so super bereust, in der Zukunft zu wiederholen, wäre es ratsam, mit furchtloser Ehrlichkeit tief in deine Gefühlswelt hineinzublicken.
Dabei ist es egal, um welche Situation es geht. Beim Bereuen steht die Machtlosigkeit, die Schuld/Scham und die innere Zerrissenheit deiner Persönlichkeit im Vordergrund.

Ps.: es ist eine der höchsten, spirituellen Übungen, eine innige und authentische Beziehung mit den eigenen Gefühlen und Emtionen aufzubauen, nur so kannst du Teile in dir entdecken und auch verstehen lernen, die scheinbar „gegen deinen Willen“ handeln.

Frieden in bereuten Situationen findest du erst, wenn du also

  • analysierst und verstehst, weshalb du zu dem damaligen Zeitpunkt so gehandelt hast
  • welche Lehre du daraus ziehst
  • oder weshalb du vielleicht dein Handeln nur falsch bewertet hast und es gar nicht bereuen musst
  • du den Grundgedanken, Schuldiger / Opfer tiefer ergründest und Frieden in dir herstellst
  • Du dich mit dir selbst mehr beschäftigst und dein Leben der Authentizität widmest

Denke daran, du bist geliebt und würdig. Dein Handeln steht nicht als Aushängeschild für deine Unschuld. Du wirst immer ein wertvoller Mensch sein und bleiben!

*das Universum und seine unendliche Liebe

Wie kann ich die größten Lebensthemen davor bewahren, dass ich sie bereue?

Folgende 5 Dinge bereuen Sterbende übrigens am meisten, laut diesem empfehlenswerten Buch: (Quelle).

1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten.

Dies ist eine der häufigsten Reuebekundungen, die Menschen auf ihrem Sterbebett äußern. Es ist bedauerlich, da es bedeutet, dass man indirekt das Leben anderer gelebt hat und somit das eigene Leben nicht wirklich ausgekostet hat. Es ist nicht verwunderlich, dass man am Ende des Lebens solche Entscheidungen bereut. Es kann bedeuten, dass man viele eigene Träume nicht verwirklichen konnte.

2. Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.

Das ist traurig aber wahr: Es gibt kaum einen auf der Welt, der nicht bereuen würde, so viel gearbeitet zu haben, wenn er im Sterbebett liegt. Denn die Familie, Freunde, Hobbies und Interessen stehen dann immer an 2. Stelle.
Eine der Hauptursachen dafür ist, dass Menschen einen Beruf ausüben, der ihnen keine Freude bereitet und Glaubenssätze verinnerlichen, die besagen, dass sie umso wertvoller sind, je mehr sie arbeiten oder dass sie nur für ihre Arbeitszeit und nicht für ihre Ergebnisse bezahlt werden. Die Wahrheit ist jedoch, dass es effektiver ist, einen Acker eine Stunde lang mit Freude und positiver Energie zu bearbeiten, als ihn acht Stunden lang mit wenig Freude oder gar keiner Freude zu bearbeiten. Aus einer höheren Perspektive betrachtet, zählt die Freude oder höhere Energie, die du bei deiner Arbeit oder im Leben entwickelt hast, viel mehr als die Anzahl der Stunden, die du gearbeitet hast.

3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Die Erkenntnis, dass das Verdrängen von Gefühlen zu einem schlechten Leben führen kann, ist äußerst interessant – besonders wenn so viele Menschen sie erst auf ihrem Sterbebett gewinnen. Wenn man Gefühle aus Angst unterdrückt, wird man zum Opfer seiner Angst. Wenn man Gefühle um des lieben Friedens willen verdrängt, wird man zum Opfer des Anderen. Auf lange Sicht können solche Opferrollen zu Verbitterung, Groll und Krankheit führen. Um diese Probleme zu lösen, muss man sich den verdrängten Gefühlen nachträglich stellen und sie durch Nachfühlen erlösen – sonst bereut man dies sicher eines Tages.

4. Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.

Viele Menschen neigen dazu, viele Besitztümer anzusammeln, die viel Aufmerksamkeit erfordern und dadurch weniger Zeit für Freundschaften bleibt. Wer sich mit allem, was ist, verbunden fühlt, benötigt keinen Besitz, da er kein Mangelgefühl empfindet und sich auch in Einsamkeit nicht alleine fühlt. Das Gefühl von Reue drückt aus, dass man sich schwach fühlt und sich in diesem Moment jemanden wünscht, an den man sich anlehnen und ausnutzen kann. Statt nur Karriere, Produktivität und Zielverfolgung sollten wir viel mehr soziale Netzwerke und wertschätzende Freundschaften pflegen.

5. Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.

Letztendlich geht es darum zu erkennen, dass man Freude empfinden kann, ohne sie an Bedingungen knüpfen oder von ihnen abhängig machen zu müssen. Daher ist es wichtig, die Glaubenssätze zu verändern, die Freude an Bedingungen knüpfen und dadurch einschränken. Auch ein Aufschieben der eigenen Wünsche und Interessen der Arbeit wegen ist ein großer Schritt in die falsche Richtung.


Es gibt ein Buch, das ich zum Thema Selbstfindung persönlich sehr empfehlen kann, weil es auch mir extrem geholfen hat, meine eigenen Schatten zu verstehen und alte Traumata in mir aufzulösen, um aktiv in die Richtung meiner Freude und Selbstliebe zu gehen:

Teal Swan: Den Schatten umarmen – Verletzungen der Seele heilen

Klappentext: Teal Swan überlebte jahrelangen Missbrauch durch ein Sektenmitglied, bevor sie im Alter von 19 Jahren ihrem Peiniger entkommen konnte und ihren persönlichen Heilungs- und Transformationsprozess in die Wege leitete. In diesem Buch nimmt sie die Leser mit auf diese Reise der Heilung und Befreiung – eine Möglichkeit für alle traumatisierten Menschen, sich selbst wieder zur Ganzheit zu führen und die Blockaden der Vergangenheit ebenso wie die Angst vor der Zukunft zu überwinden. Aufbauend auf ihren großen außersinnlichen Fähigkeiten sowie Aspekten der Arbeit mit dem inneren Kind und der Schattenarbeit, hat Teal Swan einen revolutionären 18-Schritte-Prozess zur Heilung jeglicher Verletzungen aus der Vergangenheit, aber auch aktueller Probleme entwickelt. Nach dem Durchlaufen dieses ‚Completion‘-Prozesses genießen wir ein höheres Selbstwertgefühl und die Sicherheit, dass das Leben wieder gut werden kann.

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